Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Tourengeher auf Schipisten

Samstag, 25 April 2009 | Alter: 10 Jahre
Autor: Dr. Karoline Rümmele, Rechtsanwältin in Dornbirn

Sportliche Bestätigung in der Natur, aber auf gesichertem Terrain, macht das Tourengehen auf Schipisten aktueller denn je. Bei der Benützung der Schipiste stellt sich bei einem Schadensfall die Frage der Haftung zwischen Tourengeher und abfahrenden Schiläufer, aber auch zwischen Pistenhalter und Pistengeher.



Verhaltensregeln: Tourengeher trifft die Pflicht die bestehenden FIS Regeln einzuhalten, insbesondere zum Aufstieg auf der Piste deren Randbereich zu benützen, die Schipiste nicht an engen oder unübersichtlichen Stellen zu queren, vor allem nicht gruppenweise. Auch ist ein Nebeneinandergehen strikt zu vermeiden.



Haftung des Pistenhalters: Eine vertragliche Haftung des Schipistenhalters während der Betriebszeit kann sich im Falle einer Entgeltbehebung für die Parkplatzbenutzung ergeben. Die Benützung einer Schipiste auch nur im Aufstieg kann aber vom Pistenhalter untersagt werden. Durch eine solche Untersagung wird die Benützung der Piste unerlaubt und eine zivilrechtliche Haftung für Unfälle scheidet somit aus. Auch kann die Pistensicherung nach Betriebsschluss zeitlich begrenzt werden.



Eigenverantwortung: Wer eine solche „unerlaubte“ Piste benützt, trägt erhöhte Eigenverantwortung. Der Pistentourengeher muss mit Erhaltungs- und Verbesserungsarbeiten auf der Piste rechnen. Vom Pistenhalter wird nur noch für atypische Gefahren, wie für ein gespanntes Seil oder durch Präparierungsarbeiten entstandener Schneewall gehaftet.



Sorgfaltspflichten: Nicht vernachlässigt werden solltendie eigenen Sorgfaltspflichten des Tourengehers, deren Verletzung zu einer Haftungsteilung mit dem Pistenhalter bis zu einem völligen Haftungsausschluss zu Lasten des geschädigten Tourengehers führen kann.

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