Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Tranzparenzgebot bei Lebensversicherungen

Samstag, 06 Oktober 2012 | Alter: 6 Jahre
Autor: Dr. Stefan Denifl, Rechtsanwalt in Dornbirn/Nüziders

Als Zukunftsvorsorge oder auch als Tilgungsträger im Hinblick auf aufgenommene Kredite, werden immer wieder sogenannte fondsgebundene Lebensversicherungen abgeschlossen.

Ansparung: Oftmals werden monatlich Beträge angespart. Möglich ist aber auch die Einzahlung eines Einmalerlages. In der Regel wird der Kunde jährlich vom Versicherer oder der Bank über den Stand des Guthabens informiert.

Aufklärungspflicht: Nach der ständigen Rechtsprechung muss der Kunde allerdings auch im Sinne des Transparenzgebotes nach dem Konsumentenschutzgesetz darüber informiert werden, wie der Versicherer intern kalkuliert. Es muss offen gelegt werden, welcher Betrag auf Abschluss-, Verwaltungs- und sonstige Kosten entfällt.

Transparenz: Der Versicherungsnehmer muss auch anhand standardisierter Tabellen (Modellrechnungen) nachvollziehen können, welcher Teil der Prämie veranlagt wurde und welcher für interne Kosten des Versicherers verwendet wird. Diese  Modellrechnungen liegen gerade bei älteren Versicherungsverträgen oftmals nicht vor.

Anspruch auf Schadenersatz: Ist eine derartige Aufklärung bei Vertragsabschluss nicht erfolgt, hat der Kunde Ansprüche auf Schadenersatz. Der Anspruch kann sich sowohl gegen das Versicherungsunternehmen selbst, aber auch gegen einen Anlageberater im Rahmen der Beraterhaftung richten, wenn das Versicherungsprodukt nicht über das Versicherungsunternehmen selbst angeboten wurde.

Die vom Versicherer angegebenen Werte von fondsgebundenen Lebensversicherungen sollten daher vom Kunden spätestens bei Bekanntgabe nach Ablauf der Laufzeit geprüft werden. 

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