Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Unfall im Funpark

Samstag, 19 März 2011 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Gerhard Scheidbach, Rechtsanwalt in Feldkirch

Damit der Spaß in den sogenannten Funparks nicht zu kurz kommt, müssen sich deren Benützer an die allgemeinen Verhaltensvorschriften halten.

Verhaltensvorschriften: In einer jüngst ergangenen Entscheidung wies der Oberste Gerichtshof erneut darauf hin, dass die FIS- oder POE-Regeln als Verhaltensvorschriften zwar keine gültigen Rechtsnormen darstellen, ihnen aber dennoch erhebliche Bedeutung zukommt.

Fis-Regeln: Diese Regeln gelten auch in den sogenannten Funparks. Dabei handelt es sich um abgegrenzte Bereiche, in denen Snowboardern und Schifahrern Sprunghügel unterschiedlicher Art und Größe und sonstige Hindernisse zur Verfügung stehen.

Fahren auf Sicht: Insbesondere die Verletzung des Gebots des Fahrens auf Sicht stellt einen Sorgfaltsverstoß dar. Da die Landebereiche der Sprungschanzen vom Anlaufbeginn regelmäßig nicht einsehbar sind, würde die strikte Anwendung dieses Grundsatzes dazu führen, dass Sprungschanzen niemals rechtmäßig benutzt werden dürften. Der Oberste Gerichtshof erachtete es jedenfalls als nicht ausreichend, den Sprungbereich vor Anlaufbeginn nur zu beobachten.

Hilfe dritter Personen: Abhilfe kann nur die Verwendung eines Einweisers („spotter“) schaffen. Der Einweiser kann von einem günstigen Standpunkt aus den gesamten Bereich beobachten und gefährdete Personen warnen. Auf die Hilfe dritter Personen kann auch trotz entsprechender Beschilderung der Sonderfläche („Landezonen sofort verlassen“) nicht verzichtet werden.

Den meist jungen Benutzern von Funparks muss die aktuelle Rechtssprechung dringend ans Herz gelegt werden, neben Verletzungen anderer Benützer drohen erhebliche finanzielle Nachteile.

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