Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Veräußerung von Immobilien (Immobilienertragssteuer)

Montag, 27 Januar 2014 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Edgar Veith, Rechtsanwalt in Götzis

Aufgrund des 1. Stabilitätsgesetzes 2012 ist die sogenannte Spekulationsfrist gefallen und wurde die Immobilienertragsteuer (ImmoESt) eingeführt.

Besteuerung: Seit 1.4.2012 sind daher im Rahmen der entgeltlichen Veräußerung (zB Kauf, Tausch) einer Immobilie (Grundstück, Gebäude), sofern kein Ausnahmetatbestand vorliegt, nicht nur die Grunderwerbssteuer und die Eintragungsgebühr zu beachten, sondern auch ein möglicher Veräußerungsgewinn, welcher einem Steuersatz von 25% unterliegt. 

Veräußerungsgewinn: Dieser ergibt sich aus der Differenz zwischen Veräußerungserlös und Anschaffungskosten (inkl. Anschaffungsnebenkosten), wobei bspw. auch Herstellungs- und Instandsetzungsaufwendungen zu berücksichtigen sind. Das Berechnungsschema ist sehr kompliziert und individuell und stellt derzeit für jeden Vertragserrichter eine Herausforderung dar, zumal dieser für die Erhebung und Abfuhr der ImmoESt verantwortlich ist und es noch keine gefestigte Rechtsprechung gibt.

Kaufpreis: Durch die Einfuhr der ImmoESt sind somit im Rahmen einer Veräußerung zahlreiche weitere Aspekte zu beachten, insbesondere auch die Art und Weise des Vermögensübergangs. War früher bspw. ein nicht zu hoher Kaufpreis betreffend die Grunderwerbssteuer (2 bis 3,5%) ein Vorteil, können jetzt ein geringerer Kaufpreis und somit geringere Anschaffungskosten im Zuge einer späteren Veräußerung nachteilig sein, weil sich dadurch womöglich der Veräußerungsgewinn erhöht.

Auch eine Schenkung, für welche keine ImmoESt anfällt, kann sich später als Nachteil herausstellen, weil keine Anschaffungskosten berücksichtigt werden können. Eine professionelle und umfangreiche Beratung ist daher wichtiger als je zuvor.  

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