Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Veranlagung - beraten und verkauft?

Samstag, 20 Februar 2010 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Edgar Veith, Rechtsanwalt in Götzis

Viele Anlageberatungen stellen sich im Nachhinein oft als „Flop“ heraus. Weg ist das schwer ersparte Geld und keiner will daran schuld sein. Aber gibt es nicht doch einen Schuldigen? Wer hat zu dieser Anlageform geraten? Meistens will jedoch derjenige, der einem die Suppe eingebrockt hat, beim Auslöffeln nicht mehr behilflich sein.

Legitimation: In solchen Fällen stellt sich als erstes die Frage, ob diejenige Person, welche die betreffende Veranlagung empfohlen hat, überhaupt dazu berechtigt war. Hier darf man sich oft wundern, wie viele „scheinbare“ Börsen- beziehungsweise Finanzexperten es geben soll.

Aufklärungs- und Beratungspflicht: Als nächstes stellt sich die Frage, ob die gesetzlichen Aufklärungs- und Beratungspflichten, die ein Anlageberater oder beispielsweise auch eine Bank im Zuge seiner (ihrer) Tätigkeit zu beachten und einzuhalten haben, beachtet wurden. Wurde daher über die allgemeinen Risken der Anlageform aufgeklärt? Je spekulativer die Anlage und je unerfahrener der Kunde, desto weiter müssen die betreffenden Aufklärungspflichten reichen.

Schadenersatzansprüche: Derzeit sind unzählige solcher Gerichtsverfahren anhängig. Sofern eine entsprechende Rechtsschutzversicherung besteht, werden die Prozesskosten oft von dieser übernommen. Die Gerichte kommen immer wieder zum Ergebnis, dass die Beratung durch eine hierzu nicht legitimierte Person erfolgte oder dass die Aufklärungspflichten verletzt wurden. Sind diese Voraussetzungen gegeben, hat der Geschädigte Anspruch auf Schadenersatz. Maßgebend dabei ist auch die Frage, ob der Geschädigte die Anlageform nicht gewählt hätte, wenn er über die Risken entsprechend aufgeklärt worden wäre.


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