Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Versicherungsschutz für private Bergtourenführer

Montag, 19 Oktober 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: Mag. Christoph Fink, Rechtsanwaltsanwräter in Feldkirch

Im Sommer 2012 veranstaltete der Österreichische Alpenverein in den Zillertaler Alpen eine Bergtour, die von einem erfahrenen Tourenführer unentgeltlich geführt wurde. Beim Queren von Eisflanken kam eine Teilnehmerin der Seilschaft zu Sturz, wodurch sie sich schwere Verletzungen zuzog.

Schadenersatz

Die Verletzte begehrte in der Folge vom Bergführer Schadenersatz, der sie an seine Eigenheimversicherung, die eine private Haftpflichtversicherung enthält, verwies. Letztere lehnte die Deckung für den Schaden ab, da der Seilführer eine Gefahrensituation geschaffen habe, in die ein durchschnittlicher Versicherungsnehmer nicht hineingeraten könne.

Mit dieser ablehnenden Haltung seiner Versicherung wollte sich der Bergführer nicht abfinden und klagte seine Haushaltsversicherung.

Was sagten die Gerichte?

Nach ständiger Rechtsprechung ist der Begriff der „Gefahr des täglichen Lebens“ so auszulegen, dass davon jene Gefahren umfasst sind, mit denen üblicherweise im Privatleben eines Menschen gerechnet werden muss.

Es ist dabei nicht erforderlich, dass diese Gefahr geradezu täglich auftritt, vielmehr genügt es, wenn die Gefahr erfahrungsgemäß im normalen Lebensverlauf immer wieder - sei es auch seltener - eintritt. Das Höchstgericht hält fest, dass das ehrenamtliche Führen von Hochgebirgstouren - gerade in Österreich - nicht ungewöhnlich ist und für den durchschnittlichen Versicherungsnehmer zur nicht berufsmäßigen Sportausübung und damit zu den versicherten Gefahren des täglichen zählt. Die Versicherung wurde daher verurteilt, den Schaden zu decken.

            Diese Entscheidung stellt eine für alle Bergsportfreunde äußerst wichtige und erfreuliche Klarstellung dar.

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