Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Vertrauensgrundsatz beim Wintersport

Montag, 07 März 2016 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr. Gerhard Scheidbach, Rechtsanwalt in Feldkirch

Grundsätzlich darf auch beim Wintersport auf ein entsprechendes  Verhalten der  anderen „Verkehrsteilnehmer“ vertraut werden. Dieser Vertrauensgrundsatz gilt aber nicht gegenüber Kindern. Dennoch, ein Wintersportler muss nicht damit rechnen, dass ein siebenjähriger Schifahrer, der außerhalb der Schipiste steht, jederzeit wieder in die Piste einfahren könnte.

 

Kollision: Im Anlassfall stand der siebenjährige Kläger ca. zwei Meter neben der Schipiste, als sich die beklagte Snowboarderin näherte. Sie bemerkte den Kläger und setzte zu einem Rechtsschwung an. Aufgrund ihrer Position auf dem Snowboard wendete sie dem Kläger kurzzeitig den Rücken zu und konnte dadurch das Einfahren des Kindes in die Piste nicht wahrnehmen. Die anschließende Kollision wäre durch den Kläger bei entsprechender Beobachtung des Schiweges möglich gewesen, für die Beklagte war die Kollision hingegen unvermeidbar.

Sorgfaltspflicht: Die Gerichte führten aus, dass die Sorgfaltspflichten der ohnedies nur mit geringer Geschwindigkeit fahrenden Beklagten nicht überspannt werden dürfen und wiesen das Klagebegehren ab.

               Trotz dieser Einzelfallentscheidung ist darauf hinzuweisen, dass auf ein verkehrsgerechtes Verhalten von Kindern auf der Schipiste nicht oder nur beschränkt vertraut werden darf. Gerade im Zusammenhang mit Kindern ist daher besondere Vorsicht geboten.

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