Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Vorsicht bei Leasingverträgen

Samstag, 08 September 2012 | Alter: 6 Jahre
Autor: Dr. Martin Kloser, Rechtsanwalt in Hard

Gerade beim Ankauf von Kraftfahrzeugen gehört Leasing heute zu den beliebtesten Finanzierungsformen. Die Vorteile sind offenkundig. Ein hoher Finanzierungsbedarf kann zunächst vermieden werden, die Bezahlung erfolgt in fortlaufenden Leasingraten.

Ablöse: Je nach Vertragsdauer wird dem Leasingnehmer nach Bezahlung aller Leasingraten das Fahrzeug zu einem Ablösebetrag zum Kauf angeboten. In einem konkreten Fall entschließt sich ein Kunde nach Ablauf der 3-jährigen Vereinbarung jedoch nicht zum Kauf. Stattdessen bezahlt er die monatlichen Leasingraten zunächst weiter. Nach weiteren 2 Jahren möchte der Leasingnehmer dann das Fahrzeug doch in sein Eigentum übernehmen und lässt sich wieder ein Anbot stellen und stellt zu seiner  Überraschung fest, dass sich der Kaufpreis praktisch nicht verändert hat.

Aufschlag und Zinsen: Über schriftliche Anfrage erklärt die Leasingfirma, dass alle Raten auf den Ablösebetrag angerechnet wurden. Freilich entstehe nach Ablauf des Leasingvertrages bei einer Verlängerung ein Aufschlag. Ebenso würden die angefallenen Verzugszinsen angelastet. Im Ergebnis ergeben Aufschlag und Verzugszinsen einen Betrag von rund € 6.700,00, welcher dem Leasingnehmer angelastet wird.

Rätsels Lösung im Kleingedruckten: Bei Zahlungsverzug werden 1,2 % p.m. Verzugszinsen berechnet. Wer also den Leasingvertrag nach Ablauf der Vertragszeit durch Weiterbezahlung der Leasingraten stillschweigend verlängert, wird wie ein säumiger Schuldner behandelt, was in diesem Fall eine jährliche Verzinsung von 14,4 % bedeutet.

Bei Ablauf eines Leasingvertrages sollten Sie deshalb anhand der Vereinbarungen und der Geschäftsbedingunge genau prüfen, welche Folgen mit Ihrer Vorgehensweise verbunden sind. 

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