Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Vorsicht bei Roamingpaketen!

Samstag, 02 Juni 2012 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Helgar Schneider, Rechtsanwalt in Bregenz

Mit 1.7.2012 tritt eine neue Roamingverordnung der EU in Kraft. Aufgrund dieser werden die höchstzulässigen Preise für das Mobiltelefonieren im EU-Ausland weiter sinken und zwar bei Aktivgesprächen auf 34,80 Cent/Minute und bei Passivgesprächen auf 10,80 Cent/Minute. Durch diese Verordnung wird auch eine Obergrenze für das Datenroaming eingeführt und zwar auf 84 Cent pro MB Datenverbrauch.

Telefoniepakete: Obwohl für alle Netzbetreiber zwingend, haben manche einen Weg gefunden, diese Höchstgrenzen zu umgehen. So bietet etwa „tele.ring“ mit der Werbebehauptung „Sorgenfreies Roaming! Im Ausland günstig ohne Grundgebühr telefonieren“ ein Paket an, gemäß welchem bei Passivgesprächen für Gespräche von bis zu 30 min. 90 Cent und bei Aktivgesprächen für das Aufbauen der Verbindung 90 Cent und für das Führen des Gespräches 25 Cent/ Minute verrechnet wird. Aber Achtung: Bei einem „normalen Nutzerverhalten“ ergeben sich bei diesen Paketen für den Nutzer Kosten, welche über den Kosten gemäß EU-Tarifen liegen.

Kostenfalle bei Datenpaket: Auch das von tele.ring angebotene Daten-Roaming-Paket, gemäß welchem für eine monatliche Gebühr von EUR 15,-- 50 MB versurft werden können und danach pro zusätzlichen 100 KB 80 Cent zu bezahlen sind, ist unter Berücksichtigung der Roaming-III-Verordnung kritisch zu sehen. Wenn nämlich ein Nutzer zB 200 MB im EU-Ausland versurft, zahlt er im Rahmen dieses Paketes EUR 1.215,--. Ohne ein solches Paket würde er aber „nur“ EUR 168,-- bezahlen.

Empfehlung: Zuerst die  Einzelgesprächsnachweise der letzten Monate prüfen, um feststellen zu können, ob ein vom Netzbetreiber angebotenes Paket Vorteile bringt. Diese Empfehlung gilt für alle österreichischen Telekomanbietern.

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