Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Vorsicht beim Liegenschaftsverkauf

Samstag, 21 Juli 2018 | Alter: 93 Tage
Autor: Dr. Andreas Fussenegger, LL.M., Rechtsanwalt in Dornbirn

Oftmals beauftragen Verkäufer einer Liegenschaft einen Makler. Dabei kommt es immer wieder vor, dass seitens der Verkäufer weiter nach einem geeigneten Käufer gesucht wird und ein Verkauf dann ohne Makler zustande kommt.

Mitwirkungspflicht

In einer seiner jüngsten Entscheidungen hat der Oberste Gerichtshof festgehalten, dass hierbei einiges zu beachten ist. So hat der Gerichtshof Mitwirkungspflichten seitens des Auftraggebers festgestellt. Diese gelten auch dann, wenn der Vermittlungsvertrag nur mündlich und unentgeltlich vereinbart wurde.

Im vorliegenden Fall kam es nicht zum Abschluss eines Kaufvertrags mit einem vom Makler vermittelten Käufer, da der Verkäufer wenige Tage nach dem Kaufvertragsabschluss erklärte, er habe die Liegenschaft bereits an eine andere Person veräußert.

Klare Verhältnisse schaffen

Wenn Sie nach Beauftragung eines Maklers selbst mit einem anderen Käufer einen Kaufvertrag abschließen, sind Sie verpflichtet, dies – am besten im Vorhinein – mit Ihrem Makler abzusprechen, da Sie ansonsten nach den allgemeinen schadenersatzrechtlichen Regeln haftpflichtig werden. Dies ist deshalb wichtig, da Ihr Makler gleichzeitig dieselbe Liegenschaft einem Dritten verkauft haben könnte. Ohne Absprache mit Ihrem Makler würden Sie somit einen bereits abgeschlossenen Kaufvertrag grundlos vereiteln. Folglich würde dem von Ihnen beauftragten Makler die Provision entgehen und Sie müssten beweisen, dass Sie nicht schuldhaft gehandelt haben.

Lassen Sie sich rechtzeitig beraten. Dies kann unnötige Mehraufwände und Probleme vermeiden.

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