Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Vorsicht: Immobilienbesteuerung

Montag, 13 Mai 2013 | Alter: 6 Jahre
Autor: Dr. Gernot Klocker, Rechtsanwalt in Dornbirn

 

Seit 1.4.2012 unterliegen private Grundstücksveräußerungen nicht nur der Grunderwerbsteuer (3,5% oder 2% des Kaufpreises) und der Eintragungsgebühr (1,1% des Kaufpreises), sondern auf Verkäuferseite auch der Immobilienertragssteuer (ImmoESt). Die Immobilienertragssteuer beträgt 25% vom Veräußerungsgewinn. Schenkungen sind grundsätzlich von der ImmoESt befreit.

Familie: Sofern also im Familienkreis Grundstücksschenkungen durchgeführt werden, ist lediglich Grunderwerbsteuer und Eintragungsgebühr zu bezahlen, wobei derzeit meist noch der sehr geringe 3-fache Einheitswert als Bemessungsgrundlage dient. Dies könnte sich jedoch aufgrund verfassungsrechtlicher Bedenken  ändern.

Zwei besondere Fallen werden hier hervorgehoben:

Ausgleichszahlung: Schenkt ein Elternteil eine Liegenschaft dem Sohn, welcher gleichzeitig verpflichtet wird, eine Ausgleichszahlung an die Schwester zu leisten, so geht die Finanz von einer Schenkung eines Liegenschaftsteils an die Schwester aus, welche diesen Teil an den Bruder verkauft und im Gegenzug die Ausgleichszahlung erhält. Der „Verkaufserlös“ unterliegt der ImmoESt.

Tausch: Beabsichtigen Familienmitglieder, Liegenschaften zu tauschen, treten mehrfache negative Auswirkungen zu Tage: Die Finanz geht davon aus, dass jede Partei als Gegenleistung für die Hingabe einer Liegenschaft eine andere Liegenschaft erhält. Es liegt somit keine wechselseitige Schenkung vor. Die Folge: Es fällt Grunderwerbsteuer, ImmoESt und Eintragungsgebühr für jede Liegenschaft, also 2-fach an. Dabei ist der viel höhere Verkehrswert als Bemessungsgrundlage heranzuziehen.

Zur Vermeidung solcher Steuerfallen ist eine kompetente Beratung dringend zu empfehlen.

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