Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Vorsicht vor Schiffsfonds

Montag, 29 April 2013 | Alter: 6 Jahre
Autor: Mag. Sanjay Doshi, Rechtsanwalt in Feldkirch

Schiffsbeteiligungen bzw. Schiffsfonds wurden als angeblich sichere und lukrative Anlageform österreichweit verkauft. Von 10.000 investierten Euro sind jedoch durchschnittlich lediglich 7.500 bei der Schiffsgesellschaft angekommen. Der Rest versickerte in undurchsichtigen Vertriebskanälen und riskanten Finanzierungskonstruktionen.

Geschlossene Fonds: Vielen Geschädigten war nicht bekannt, dass solche Schiffsbeteiligungen auf unbestimmte Zeit gegründet wurden und der Anleger praktisch Miteigentümer der Schiffe wird. Dadurch trägt er das volle Unternehmensrisiko und hat kaum eine Möglichkeit, frühzeitig aus dem Investment auszusteigen. Bekommt das Schiff keine Charteraufträge oder kann es nicht verkauft werden, bleibt das Risiko beim Anleger hängen. Wird das Unternehmen insolvent, hat der Anleger – anders als der Zeichner einer normalen Unternehmensanleihe – im Insolvenzverfahren nicht einmal Anspruch auf eine Quote.

Risiko verheimlicht: Diese riskanten Anlageformen wurden oft als sicheres Investment verkauft und auf die Risiken meist nicht hingewiesen. In der Regel gab es sogar verschiedene Prospekte, nämlich einerseits den eigentlichen Kapitalmarktprospekt, der bei der Finanzmarktaufsicht deponiert wurde und andererseits einen bunten Verkaufsprospekt, mit dem Anleger in die Irre geführt wurden.

Hohe Provisionen: Den Vermittlern wurde von den Schiffsgesellschaften hohe Provisionen bezahlt, was meist nicht offengelegt wurde und die Kunden dadurch von den bestehenden Interessenskonflikten nicht informiert waren.

Geschädigte Anleger sind gut beraten, Schadenersatzansprüche gegen die Berater bzw. Vermittler, die Finanzmarktaufsicht, die Emittenten sowie die Gründungsgesellschafter prüfen zu lassen.

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