Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Was passiert bei Führerscheinentzug im Ausland?

Montag, 23 September 2013 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Martin Kloser, Rechtsanwalt in Hard

Im konkreten Fall besuchte ein Vorarlberger einen Bekannten in Deutschland. Es wurde dabei auch Alkohol konsumiert. Auf der Rückfahrt gerät der Vorarlberger in eine Verkehrskontrolle, wobei 0,54 bzw. 0,56 Promille Luftalkohol festgestellt werden. Dieser Wert mal 2 wird grundsätzlich als Blutalkoholwert angenommen, läge also bei 1,08 bzw. 1,12 Promille.

Alkohol am Steuer in Deutschland:

Da bei einer Alkoholisierung von mehr als 1,1 Promille in Deutschland ein Straftatbestand vorliegt, muss sich der Betroffene vor dem Strafrichter des örtlich zuständigen Amtsgerichtes verantworten. In diesem Fall kann nach deutschem Recht eine Blutabnahme für eine genaue Bestimmung des Blutalkoholgehaltes auch zwangsweise erfolgen. Die Blutabnahme ergab einen Wert von 1,4 Promille; der Vorarlberger wurde in weiterer Folge vom Amtsgericht zu € 3.000,00 Strafe verurteilt und zu 6 Monaten Führerscheinentzug.

Meldung an die heimische Führerscheinbehörde:

Die ausländische Führerscheinbehörde meldet stets an die Führerscheinbehörde des Heimatstaates den Vorfall, der im Ausland zum Führerscheinentzug führt. In Österreich wird bei einer Alkoholisierung über 1,2 Promille der Führerschein für mindestens 4 Monate entzogen und eine Nachschulung angeordnet. Da der Vorarlberger in Deutschland einer Blutabnahme zustimmen musste und diese Untersuchung 1,4 Promille ergab, muss der Führerschein in Österreich für 4 Monate abgegeben werden.

Wer ins Ausland fährt muss also immer daran denken, dass sein Verhalten dort auch in Österreich sanktioniert werden kann. Dies ist ausnahmsweise dann nicht der Fall, wenn ein Verhalten nur im Ausland, nicht jedoch in Österreich einen Führerscheinentzugsgrund darstellt.

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