Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Websites und Urheberrechte

Samstag, 03 Juli 2010 | Alter: 8 Jahre
Autor: Dr. Helgar Schneider, LL.M. (Virginia), Kanzlei Preisl & Schneider, Bregenz

Das Herunterladen von Texten aus dem Internet ist sehr einfach. Dabei stellt sich aber immer wieder die Frage, ob und inwieweit die Inhalte der fremden Websites urheberrechtlich geschützt sind und ob es erlaubt ist, fremde Texte in die eigene Website einzustellen.

Konkreter Fall: Wohl um die Kosten eigener Recherchen zu sparen, hat die Betreiberin eines Vorarlberger Internetportales oftmalig Nachrichtenmeldungen, die im Online-Portal des ORF veröffentlich wurden, kopiert und in das eigene Portal gestellt. Es wurde damit argumentiert, dass es sich bei Nachrichtenmeldungen nicht um schützbare Sprachwerke handle und daher erlaubt sein müsse.

Gerichtsentscheidung: Der Oberste Gerichtshof hat allerdings entschieden, dass Nachrichtenmeldungen auch dann nach dem Urheberrecht geschützte Sprachwerke sind, wenn in solchen Nachrichtenmeldungen Wertungen und insbesondere „individuelle geistige Leistungen“ enthalten sind. Da dies der Fall war, wurde dem Unternehmen verboten, hinkünftig vom Online-Portal des ORF Meldungen zu kopieren, es sei denn, es handelt sich um bloße Tatsachenmitteilungen über Ereignisse.

Empfehlung für die eigene Website: Mögliche Verletzungen der Urheberrechte an Texten durch Websites aufzuspüren, ist sehr einfach. Um das Risiko einer Urheberverletzung zu minimieren, sollten daher fremde Texte nicht einfach „eins zu eins“ übernommen, sondern vorher sprachlich abgeändert werden. Wenn eine genaue Wiedergabe des Textes gewünscht ist, sollte nach Möglichkeit der Urheber um eine Erlaubnis gefragt werden.

Urheberrechtsverletzungen können sehr teuer werden. Daher empfiehlt es sich, im Zweifel vor der Veröffentlichung von fremden Texten anwaltlichen Rat einzuholen.

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