Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Wenn die Mutter nicht will...

Samstag, 08 Oktober 2011 | Alter: 7 Jahre
Autor: Mag. Patrick Piccolruaz, Rechtsanwalt in Bludenz

Der außereheliche Vater eines Kindes kann nicht erzwingen, dass ihm väterliche Rechte zukommen. 

Vater kraft Gesetz: Vater des Kindes ist von Gesetzes wegen der Ehemann der Mutter des Kindes. Sowohl das Kind, das von der Mutter vertreten wird, als auch der Ehemann selbst haben die Möglichkeit, binnen zwei Jahren ab Kenntnis der gegen die Vaterschaft sprechenden Umstände die Vaterschaftsfeststellung beim Pflegschaftsgericht zu bekämpfen.

Biologische Vater: Der biologische Vater hat es hingegen nicht so einfach. Mit dem „vaterschaftsdurchbrechenden“ Anerkenntnis hat er zwar eine rechtliche Handhabe gegen die Feststellung der Vaterschaft eines anderen Mannes. Fatal ist nur, dass er die Zustimmung von Kind und Mutter braucht. Dem Anerkennenden nützen keine außergerichtlichen Gutachten über seine Vaterschaft oder Anträge zur Einholung eines gerichtlichen DNA-Gutachtens.

Käseglocke über Familie gestülpt? Der Gesetzgeber nimmt die Schlechterstellung des biologischen Vaters zugunsten der bisher bestehenden Familienverhältnisse in Kauf. Dem Schutz der sozialen Familie soll ein größeres Gewicht als dem Interesse an der Feststellung der biologischen Abstammung zukommen.

Mutter als höchste Instanz: Der Gesetzgeber überlässt es der Mutter, ob das Kind in Unkenntnis seiner wahren Abstammung in dem Glauben aufwächst, der Ehemann der Mutter sei sein Vater. In vielen Fällen erfährt das Kind erst nach Erlangung seiner Volljährigkeit doch noch die Wahrheit über seine Abstammung. Das hat nicht nur die Konsequenz, dass der biologische Vater seine Vaterrolle nicht ausüben konnte, sondern kann das Kind auch in erhebliche Identitätskonflikte stürzen. 

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