Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Wichtiges zur Bürgschaft

Montag, 08 Mai 2017 | Alter: 197 Tage
Autor: Dr. Michael Kramer, Rechtsanwalt in Feldkirch

Bürge ist, wer sich dazu verpflichtet, die Schuld eines anderen zu bezahlen.

Form

Eine Bürgschaft ist nur dann rechtswirksam, wenn sie schriftlich übernommen wird. Es gibt verschiedene Formen der Bürgschaft. Üblicherweise haftet der Bürge nur dann, wenn der Hauptschuldner dem Gläubiger gegenüber seine Schuld nicht erfüllt hat.

Wenn sich jemand allerdings als „Bürge und Zahler“ verpflichtet hat, steht es dem Gläubiger frei, von Anfang an auf den Hauptschuldner, auf den Bürgen oder auf beide zugleich zu zugreifen. Der Bürge kann nur dann in Anspruch genommen werden, wenn die Hauptschuld noch besteht, diese darf also weder bezahlt, noch verjährt, noch aus anderen Gründen erloschen sein.

Ersatzanspruch

Selbstverständlich hat der Bürge, der die Forderung des Gläubigers erfüllt hat, Anspruch darauf, das von ihm Geleistete vom Hauptschuldner ersetzt zu bekommen.

Reifliche Überlegung und Prüfung notwendig

Gibt es trotzdem Probleme, sollte mit einem Rechtsexperten zunächst der Sachverhalt ausführlich erörtert werden, um zu überprüfen, ob die Bürgschaft rechtswirksam vereinbart wurde. Wesentlich sind dabei die Umstände, wie die Bürgschaft zu Stande gekommen ist und die Einkommens- und Vermögensverhältnisse zum Zeitpunkt der Bürgschaftsübernahme. Stichwort: Irrtum oder Täuschung.

Sollten Bedenken bezüglich der Wirksamkeit der Bürgschaft bestehen, solle die Forderung der Bank zurückgewiesen oder ein Vergleichsvorschlag unterbreitet werden. Sollte die Bürgschaftsübernahme rechtswirksam sein, kann versucht werden, mit dem Gläubiger eine Zahlungsvereinbarung auszuhandeln. Dabei ist eine rechtliche Vertretung jedenfalls empfehlenswert, insbesondere dann, wenn es zu einem gerichtlichen Verfahren kommt.

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