Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Winkelschreiberei

Montag, 25 Juni 2012 | Alter: 6 Jahre
Autor: Dr. Reinhard Pitschmann, Rechtsanwalt in Feldkirch

Im Testamentsprozess ist auch immer wieder die Rede von „Winkelschreiberei“. Winkelschreiber sind Personen, die gegen Entgelt unbefugt rechtliche Tätigkeiten ausüben.

Unzulässig: Einerseits ist es unzulässig, Eingaben für Parteien in Zivilprozessen zu verfassen, die der Anwaltspflicht unterliegen; insbesonders ist es auch strafbar, Eingaben und Urkunden in streitigen und außerstreitigen Angelegenheit (typisch: Liegenschaftsverträge bei Kauf oder Schenkung) für Parteien zu verfassen, wenn diese Handlungen entgeltlich sind. Besonders „anfällig“ für solche Tätigkeiten sind juristisch ausgebildete Personen oder auch solche im Ruhestand, die sich ein entsprechendes „Zubrot“ verdienen wollen.

Gesetzlicher Vorbehalt: Das Verfassen von Urkunden ist den berechtigten Personen wie etwa Rechtsanwälten und Notaren  vorbehalten, da diese über die erforderlichen Sach- und Rechtskenntnisse verfügen. Für einen falschen Rat und für eine falsche Auskunft haften diese Personen natürlich gegenüber dem Mandanten.

Haftpflicht: Anwälte und Notare sind auch mit entsprechenden Berufshaftpflichtversicherungen ausgestattet. Damit kann in einem Haftungsfall ein Geschädigter auch schadlos gehalten werden. Ein Privater hingegen hat keine solche Versicherung, der Geschädigte müsste dann auf das Privatvermögen des Winkelschreibers greifen, wenn ein solches überhaupt ausreichend zur Verfügung steht.

Rechtsanwälte und Notare haben eine entsprechende Ausbildung und praktische Erfahrung. Daher sind Auskünfte und Beratungen den entgeltlich tätig werdenden Privatpersonen auf jeden Fall vorzuziehen. 

Vorarlberger Rechtsanwaltskammer | Marktplatz 11 | 6800 Feldkirch | Österreich
T 05522 71122 | F 05522 71122 - 11 | E-Mail | Impressum