Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Wo ist mein Reisekoffer?

Mittwoch, 12 August 2015 | Alter: 2 Jahre
Autor: Dr. Emelle Eglenceoglu, Rechtsanwältin in Feldkirch

Der Urlauber versucht nicht nur Zuhause seine Lieblingskleiderstücke zu tragen, sondern nimmt natürlich das eine oder andere Lieblingsteil mit in den wohlverdienten Urlaub. Man ist zwar genau darauf bedacht, dass Zuhause alles abgesichert wird, jedoch denken die wenigsten daran, dass der Verlust der Dinge, die man im Koffer oder in der Tasche mit sich trägt, den finanziellen Auswirkungen eines neuen Mittelklassewagen gleichkommen kann.

Ersatzpflicht der Fluglinie: Ist das Gepäckstück einmal weg und besteht keine zusätzliche Reiseversicherung findet man sich dann – ohne Bruchlandung – auf dem harten Boden der Realität. Das für Fluglinien gültige Montrealer Abkommen, nach dem ein Ersatzbetrag pro Kilo Gepäck berechnet wird, begrenzt die Ersatzpflicht der Fluglinien für Gepäckstücke mit einem Pauschalbetrag von derzeit ca. 1.300 EUR, ganz egal ob sich Luxusartikel oder nur einige billige T-Shirts im Koffer befanden.

Montrealer Übereinkommen: Wie sich bereits aus der Bezeichnung ergibt („Übereinkommen zur Vereinheitlichung bestimmter Vorschriften über die Beförderung im internationalen Luftverkehr“) werden darin bestimmte Ansprüche aus der Schlechterfüllung des Beförderungsvertrags nämlich Personenschäden, Verspätung, Verlust, Beschädigung von Gütern und Reisegepäck geregelt.

            Am Urlaubsort werden jedoch nur Kleidungsstücke, die der Urlauber unbedingt benötigt und Toilettenartikel (zu unterschiedlichen Höchstbeträgen) von den Fluglinien ersetzt. Diese Beschränkung gilt allerdings nicht, wenn der Reisende bei der Übergabe des aufgegebenen Reisegepäcks an den Luftfrachtführer das Interesse an der Ablieferung am Bestimmungsort angegeben und den verlangten Zuschlag entrichtet hat („Wertdeklaration“). 

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