Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Zur Erbschaftsklage

Samstag, 19 November 2011 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Michael Battlogg, Rechtsanwalt in Schruns

Es kommt immer wieder vor, dass berechtigte Erben im Zusammenhang mit einem Verlassenschaftsverfahren nicht berücksichtigt bzw. übergangen werden. Dies kann verschiedene Gründe haben.

Erben sind unbekannt: Weil der Erblasser etwa ein uneheliches Kind seiner Familie verschwiegen hat, ein Erbe irrtümlich für tot gehalten wird oder von einem Erben nach Abschluss des Verlassenschaftsverfahrens ein Testament aufgefunden wird, welches sein besseres Erbrecht begründet.

Klage: Die Verlassenschaft eines Verstorbenen wird durch die Einantwortung übertragen. Wenn dieser Einantwortungsbeschluss nicht sämtliche rechtmäßigen Erben beinhaltet und das Erbe daher den gänzlich oder teilweise nicht berechtigten Erben ins Eigentum übertragen wird, so hat der übergangene Erbe die Möglichkeit, sein Erbrecht mit Erbschaftsklage geltend zu machen.

Grundbuch: Wenn Liegenschaften im Nachlass sind, kann er die Erbschaftsklage auch im Grundbuch anmerken lassen. Dadurch wirkt die Erbschaftsklage auch automatisch gegen Nachfolger, die nach Klagsanmerkung Rechte an dieser Liegenschaft erwerben.

Geldanspruch: Wurde von den nicht berechtigten Erben Nachlassvermögen verkauft, verbraucht oder kann dies aus sonstigen Gründen nicht mehr dem Erbschaftskläger zurückgestellt werden, so hat er einen Anspruch auf Geld, welcher neben dem Anspruch auf Abtretung der Erbschaft geltend gemacht werden kann.

Bei der Frage, wie Erträgnisse des Nachlassvermögens zwischen den richtigen und den falschen Erben aufgeteilt werden, kommt es darauf an, ob die bisherigen Erben redlich oder unredlich waren. Auch die Aufteilung der Aufwendungen bemisst sich nach diesen Kriterien.

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