Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Zur geplantern EU-Einpersonengesellschaft

Samstag, 24 Mai 2014 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr.Andrea Höfle-Stenech

Ein Richtlinienvorschlag der EU-Kommission sieht die Einführung einer „Societas Unius Personae“ (SUP) in den EU-Mitgliedstaaten vor. Dabei handelt es sich um eine Einpersonengesellschaft mit dem Ziel, bestehende nationale Regelungen anzugleichen und den unternehmerischen Geschäftsverkehr grenzüberschreitend zu erleichtern.

Ein Gesellschafter: Die SUP wird eine rechtsfähige Kapitalgesellschaft mit nur einem Gesellschafter sein und kann von einer natürlichen oder juristischen Person gegründet werden.

Schnell und minimales Stammkapital: Mit einer offiziellen elektronischen Vorlage kann man sich online in das ausgewählte Firmenbuch eintragen. Nach spätestens drei Tagen ist eine Eintragungsbescheinigung auszustellen. Der einzige Gesellschafter haftet nicht den Gläubigern, sondern nur seiner SUP in Höhe des gezeichneten Stammkapitals, welches lediglich 1 Euro beträgt.

Solvenztest: Ein Solvenztest dient dem Gläubigerschutz. Der Geschäftsführer hat eine Bescheinigung zu veröffentlichen, wonach die SUP in dem auf die Gewinnausschüttung folgenden Jahr in der Lage sein wird, ihre Schulden bei Fälligkeit im normalen Geschäftsgang zu begleichen. Ansonsten haften er und die Gesellschafter für die Gewinnausschüttung und müssen zurückzahlen, wenn diese Krise für sie absehbar war.

Einen grenzüberschreitenden Bezug wie sonst beim EU-Recht muss die SUP nicht aufweisen; auch z.B. ein Gastwirt kann seine Bar als SUP betreiben.

Die Richtlinie gibt nur wenige Grundzüge vor, die Details bestimmt das nationale Recht am Registrierungsort, weshalb der Gründer des Unternehmens in der EU aus 28 verschiedenen Arten der SUP wählen kann. Eine Bindung an den Unternehmenssitz besteht nicht.

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