Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Zur Hundehalterhaftung

Samstag, 24 September 2011 | Alter: 7 Jahre
Autor: Dr. Stefan Denifl, Rechtsanwalt in Nüziders und Dornbirn

Nach dem Allgemein Bürgerlichen Gesetzbuch müssen der Tierhalter und die von ihm bestellte Aufsichtsperson jene Vorkehrungen treffen, die von ihnen unter Berücksichtigung des bisherigen Verhaltens des Tieres erwartet werden können.

Folgsam: Nach der Rechtsprechung des Obersten Gerichtshofes dürfen Hundehalter nicht bösartige und folgsame Tiere in freiem Gelände umherlaufen lassen. Dies bedeutet, dass gutmütige Hunde, sofern an einer bestimmten Örtlichkeit kein Leinenzwang besteht, grundsätzlich nicht angeleint sein müssen.

 

Hund versus Jogger: Das Landesgericht Feldkirch hat jüngst über einen Fall entschieden, bei welchem ein kleiner nicht angeleinter Hund einem Jogger entgegen gelaufen und an diesem hochgesprungen ist, wobei der Jogger in weiterer Folge zu Sturz gekommen ist. Vom Landesgericht Feldkirch wurde eine Verschuldensteilung von 1:1 vorgenommen.

Gefahr für andere: Es sei zwar prinzipiell zulässig, einen ungefährlichen Hund in der  Natur frei laufen zu lassen, jedoch müsse er dann sicher verwahrt werden, wenn durch das freie herumlaufen des Hundes eine Gefahr für andere Personen entstehen könne. Es sei für den Hundehalter absehbar gewesen, dass der nicht angeleinte Hund für den Jogger gefährlich werden kann.

Mitverantwortung: Der Jogger habe selbst auch ein Verschulden am Unfall zu verantworten, weil er seine Geschwindigkeit nicht reduzierte bzw. nicht stehen geblieben ist, als der kleine Hund an ihm hochgesprungen ist.

Die Versicherung des Hundehalters musste somit 50% der Schadenersatzansprüche des Verletzten ersetzen. 

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