Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Zur Maklerprovision

Samstag, 09 Januar 2010 | Alter: 9 Jahre
Autor: Dr. Stefan Denifl, Rechtsanwalt in Bludenz/Dornbirn

Der Makler vermittelt aufgrund einer privatrechtlichen Vereinbarung für den Kunden Geschäfte, nämlich zumeist die Veräu-ßerung einer Liegenschaft. Der Auftraggeber (Kunde) ist zur Zahlung einer Provision für den Fall verpflichtet, dass der vermittelte Verkauf durch eine verdienstliche Tätigkeit des Maklers zustande kommt. Mit der Durchführung des vermittelten Geschäftes entsteht der Anspruch auf Provision.

Verdienstlichkeit


Für den Fall, dass mit einem Käufer kein schriftlicher Maklervertrag abgeschlossen wurde, ist die Verdienstlichkeit im Streitfalle durch das Gericht zu prüfen. In einem konkreten Fall hat das Gericht entschieden, dass der Mitarbeiter des Maklers das Interesse des Käufers vom Objekt geweckt und sich dieser erst dadurch entschlossen habe, das Haus auch zu besichtigen und damit auch ein Anspruch auf Provision bestehe.

Mäßigungsrecht


Das Gericht hat auch die Möglichkeit, die Provision zu ermä-ßigen. Bei der Überprüfung des Mäßigungsrechtes hängt es ab, wie intensiv sich der Makler bei der Vermittlungstätigkeit bemüht hat und wie die wirtschaftliche Lage des Schuldners zu beurteilen ist. Im konkreten Fall hätte der Käufer das Objekt zum Kaufpreis, wie er ursprünglich vom Makler angeboten wurde, nicht erwerben können. Der spätere Kauf, welcher direkt mit dem Verkäufer (ohne Makler) abgeschlossen wurde, erfolgte zu einem geringeren Kaufpreis. Daraus ergibt sich auch, dass der Käufer wirtschaftlich nicht in der Lage gewesen wäre, den ursprünglich vom Makler festgesetzten Kaufpreis zu bezahlen.

Diese Umstände haben das Gericht dazu erwogen, die Maklerprovision um die Hälfte im Rahmen des Mäßigungsrechtes zu reduzieren.


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