Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Zur Pendlerpauschale

Montag, 17 März 2014 | Alter: 5 Jahre
Autor: Dr. Ingo Breuß, Vorarlberger Rechtsanwaltskammer

Aufwendungen für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden neben dem Verkehrsabsetzbetrag und dem Pendlereuro auch mit der Pendlerpauschale abgegolten. Sollte die Benützung eines Massenbeförderungsmittels nicht zumutbar sein, steht eine solche bereits ab 2 km zu. Ansonsten muss die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mindestens 20 km betragen.

Wahl der Fahrstrecke: In einem konkreten Fall hatte eine Arbeitnehmerin zwei völlig verschiedene Strecken zur Auswahl um an ihren Dienstort zu gelangen: eine sichere, gut ausgebaute mit insgesamt 43 km, sowie eine Strecke, die kürzer (unter 40 km) war, wobei sich diese Route jedoch insbesondere im Winter bei schlechten Wetterverhältnissen nicht immer gefahrlos befahren lässt.

Zumutbar? Das zuständige Finanzamt wies das Begehren auf die „große“ Pendlerpauschale (ab 40 km) zunächst für die längere und sicherere Strecke ab und zwar mit der Begründung, dass die Befahrung der kürzeren Strecke, die zwar eine Steigung bzw. ein Gefälle aufweise, jedoch einem Pendler, der die Straße und Verhältnisse kenne, zugemutet werden könne.

Sicherheit hat Vorrang: Der Verwaltungsgerichtshof kam zu einem anderen Ergebnis: Bei der Wahl der Fahrstrecke komme den Sicherheitsüberlegungen ein hoher Stellenwert zu und könne daher eine sichere und nur unwesentlich längere Fahrstrecke bevorzugt werden; damit hatte die Arbeitnehmerin letztendlich Anspruch auf die „große Pendlerpauschale“.

Es ist jedoch davon auszugehen, dass der VwGH anders entschieden hätte, wenn die alternative Routenführung einen größeren Umweg darstellen und ein „vernünftiger“ Pendler im Lichte von Zeitaufwand, Spritverbrauch etc. diese nicht wählen würde.

 

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