Die Vorarlberger Rechtsanwälte

Der Energieausweis

Samstag, 08 Mai 2010 | Alter: 4 Jahre
Autor: Dr. Edgar Veith, Rechtsanwalt in Götzis

Die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden soll sicherstellen, dass Gebäudestandards in Europa einen Schwerpunkt auf die Minimierung des Energieverbrauches setzen. In Österreich wird die EU-RL im Energieausweis-Vorlage-Gesetz (EAVG) als Bundesgesetz und in der Bauordnung samt Verordnungen jedes Bundeslandes umgesetzt. Das Österreichische Institut für Bautechnik (OIB) liefert die technischen Rahmenbedingungen.

Information über die Energieeffizienz: Käufer und Mieter einer Liegenschaft oder einer Eigentumswohnung erhalten mit dem Energieausweis einfache und vergleichbare Informationen über den energetischen Standard des betreffenden Objekts. Der Energieausweis trägt entscheidend zur technischen Beschreibung einer Liegenschaft bei, er wird von befugten Personen erstellt, hat den Charakter eines Gutachtens und ist zehn Jahre gültig.

Vorlagepflicht: Der Energieausweis ist für alle neuen Gebäude (Baugenehmigung nach dem 1.1.2006) dem Käufer oder Nutzer (Mieter, Pächter) verpflichtend vorzulegen. Seit 1.1.2009 ist bei Verkauf, Vermietung und Verpachtung von Gebäuden oder einzelnen Nutzungsobjekten, deren Baubewilligung vor dem 1.1.2006 erteilt wurde, ein Energieausweis bis spätestens bei Abgabe der Vertragserklärung vorzulegen und im Falle des Vertragsabschlusses auch auszuhändigen.

Mangel: Sollte ein Verkäufer oder Vermieter bei Vertragsabschluss keinen Energieausweis aushändigen, wird nach dem Gesetz eine dem Alter und der Art der Immobilie entsprechende durchschnittliche Gesamtenergieeffizienz angenommen. Sollte die Immobilie aber tatsächlich schlechtere Werte aufweisen, so kann dies einen Mangel darstellen, der entsprechende Gewährleistungsansprüche des Mieters oder Käufers auslöst.


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