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Weg frei für die neue „Ärzte-GmbH“

Erstellt von MMag. Dr. Tobias Gisinger | |   Aktuelles Recht

Anfang Juli wurde vom Nationalrat das Bundesgesetz zur Stärkung der ambulanten öffentlichen Gesundheitsversorgung beschlossen. Damit wird sowohl die fachgleiche als auch die fächerübergreifende Zusammenarbeit von Ärzten in neuen Organisationsformen möglich. Aus Patientensicht sollten dadurch die Ordinationszeiten und Leistungsangebotes erweitert und im Ergebnis Spitalambulanzen entlastet werden.

Vorteile: Ärzte und Zahnärzte können eine Gruppenpraxis zukünftig nicht nur in der Rechtsform einer offenen Gesellschaft (OG) gründen, sondern auch in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH). Für eine GmbH sprechen insbesondere haftungsrechtliche und unter Umständen auch steuerrechtliche Vorteile.

Berufsausübung: Jeder Gesellschafter einer Gruppenpraxis ist maßgeblich zur persönlichen Berufsausübung in der Gesellschaft verpflichtet, wobei die Berufausübung nicht an Weisungen oder Zustimmungen der Gesellschafterversammlung gebunden werden darf. Darüber hinaus kann eine solche Gruppenpraxis mehrere Standorte haben.

Zulassung: Die Gründung einer Gruppepraxis setzt die Eintragung im Firmenbuch und in die Ärzteliste voraus und bedarf in der Regel der Zulassung des Landeshauptmannes (sofern nicht jeder Gesellschafter einen Kassenvertrag hat oder die zu gründende Gruppenpraxis bereits im Stellenplan vorgesehen ist oder ausschließlich nicht erstattungsfähige Leistungen erbracht werden – zB bei der Schönheitschirurgie).

Ähnlich den bisher bestehenden Möglichkeiten bei Rechtsanwälten oder Ziviltechnikern steht mit der Änderung des Ärztegesetzes nunmehr auch den Ärzten die interessante Organisationsform einer GmbH zur Verfügung.