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Haftungsfragen bei Schiunfällen

Erstellt von Mag. Sebastian Smodics, Rechtsanwaltsanwärter in Hard | |   Aktuelles Recht

So schön der allseits beliebte Wintersport auch ist – Schiunfälle können nicht nur zu schweren Verletzungen, sondern auch zu hohen Schadenersatzzahlungen führen. Es empfiehlt sich daher, auch beim Schifahren sorgfältig zu handeln und die Pistenregeln zu befolgen.

FIS-Regeln

Als Schifahrer ist man grundsätzlich zur Einhaltung der allgemeinen „Verhaltensregeln“ (z.B. FIS-Regeln) verpflichtet. Bei Kollisionen, die auf die Missachtung dieser Regeln zurückzuführen sind (etwa bei Kollisionen aufgrund von überhöhter Geschwindigkeit oder unkontrollierten Überholmanövern), wird daher regelmäßig ein Sorgfaltsverstoß und somit eine Haftung des unfallverursachenden Schifahrers zu bejahen sein.

Neue Rechtsprechung des OGH

Schiunfälle ereignen sich jedoch nicht immer nur aufgrund von Sorgfaltsverletzungen, sondern auch häufig infolge von Stürzen, indem ein gestürzter Schifahrer unkontrolliert die Piste hinabrutscht und dabei mit einem anderen Schifahrer kollidiert. Erst kürzlich hatte der Oberste Gerichtshof (OGH) über die Haftung in solch einem Fall zu entscheiden.

Sportrisiko

Im konkreten Fall war ein Schifahrer auf einem eisigen Pistenstück verkantet und gestürzt. Daraufhin rutschte er vertikal mehr als 67 Meter und horizontal 34 Meter und kollidierte mit einer Person am anderen Pistenrand. Ob der Schifahrer sorgfaltswidrig gehandelt hatte, konnte nicht mehr festgestellt werden. Da der Geschehensablauf nach Ansicht des OGH auch nicht typisch für ein sorgfaltswidriges Fehlverhalten des Beklagten vor dem Sturz war, verneinte dieser die Haftung des Schifahrers.

Nach Ansicht des OGH war der Unfall dem Bereich des erlaubten Sportrisikos zuzurechnen, das jeder bei Ausübung des Sports in Kauf nehmen muss.

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