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Neuerungen im Wohnungseigentum (2)

Erstellt von Dr. Gernot Klocker, Rechtsanwalt in Dornbirn | |   Aktuelles Recht

Um die Fassung von Mehrheitsbeschlüssen (bei Eigentümerversammlungen oder Umlaufbeschlüssen) zu erleichtern, wurde § 24 Abs 4 WEG 2002 geändert: ein Mehrheits-beschluss richtet sich normalerweis nach der absoluten Mehrheit der Miteigentumsanteile (also auch der nicht an der Abstimmung teilnehmenden Miteigentümer). Waren daher große Miteigentümer nicht bei der Abstimmung anwesend, konnte keine Mehrheit erzielt werden.

Nunmehr wird ab 1.7.2022 eine weitere Möglichkeit eingeführt, wonach ein Drittel aller Miteigentumsanteile und gleichzeitig zwei Drittel der abgegebenen Stimmen (gerechnet nach Miteigentumsanteilen) für einen Mehrheitsbeschluss ausreichend ist.

Videokonferenz

Hinkünftig kann der Verwalter Wohnungseigentümern die Teilnahme an der Eigentümerversammlung per Videokonferenz ermöglichen („Hybridveranstaltung“).

Auskunftspflicht des Verwalters

Nach dem neuen WEG 2002 hat der Verwalter jedem Wohnungseigentümer über dessen Verlangen Auskunft über die Namen und die Zustellanschriften anderer Wohnungseigentümer zu geben, wenn er diese zur Verständigung im Zusammenhang mit der Ausübung von Rechten und Gestaltungsmöglichkeiten, die sich aus dem Wohnungseigentum ergeben, benötigt.

E-Mail-Adressen dürfen nur mit der Einwilligung des betreffenden Wohnungseigentümers mitgeteilt werden.

Ein Wohnungseigentümer kann die Weitergabe seiner Zustellanschrift nur dann verbieten, wenn er dem Verwalter gleichzeitig eine andere inländische Anschrift oder eine E-Mail-Adresse bekannt gibt, über die er verständigt und die an andere Wohnungseigentümer weitergegeben werden kann.

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